Café Hölderlin (Hörburger)

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Description

Tübingen rockt.

Und in der Hölderlin-Metropole beschäftigen sich Kultur,

Wissenschaft und Politik noch immer mit dem Sohn der Stadt,

mit ihrem Dichterfürsten. Im Café Hölderlin in der Psychiatrie

trifft man sich zu einem Symposion und erforscht die Hinter-

gründe von Genie und Wahnsinn. Angemeldet haben sich

unter anderem Alice Schwarzer, Boris Palmer, Margot

Honecker, die Lyrikerin Friederike Kempner, Caspar Hauser,

Walter Jens, Helene Fischer, die Bundeskanzlerin Ursula von

der Leyen, Jakob van Hoddis, Professor Sauerbruch, die

Praktikantin Lucy, die Katze Milou und viele, viele andere.

Das Treffen hat es in sich.

Und Rottenburg a. N. spielt mit.

Das Staunen nimmt kein Ende.

Wir schreiben das Jahr 2035.

Wahrscheinlich.

 

Café Hölderlin, Tübinger Stadtansichten mit Lebenden, Toten und Scheintoten, Christian Hörburger, Taschenbuch, 268 Seiten, 14,80€

 

Hörburger

 

Freies Radio Wüste Welle

1 review for Café Hölderlin (Hörburger)

  1. Rated 5 out of 5

    Fred Keicher, Schwäbisches Tagblatt, 5. Oktober 2017

    Verrückte Zeiten
    Christian Hörburgers neues Buch über Lebende, Tote und Scheintote aus Tübingen
    Mit „Café Hölderlin“ hat Christian Hörburger ein wunderliches Buch geschrieben. Was nicht daran liegt, dass ein Rottenburger ein Buch über die Nachbarstadt verfasst hat. Hörburger weiß einfach zu viel über die Universitätsstadt. Er hat das alles zwischen zwei Buchdeckel gepresst. Dort versuchen die vielen unterhaltsamen und schrägen Beobachtungen, Lesefrüchte und Anekdoten gut miteinander auszukommen. Allein, es will nicht recht gelingen.
    Alle Charakter des Buches sind real, niemand ist frei erfunden. Höchstens die Katze Miou, deren irrlichternden Streifzügen über den Stadtfriedhof der Erzähler folgt. Möglicherweise auch die Praktikantin Lucy, die von der Freien Georgenschule Reutlingen nach Tübingen kommt, um Krankenpflegerin zu werden. Natürlich erlebt die junge Frau in der verlotterten Unistadt unerhörte erotische Abenteuer mit dem Klistier und dem Schwulstmaler Hans Makart.
    In welchem Universum soll denn das gehen? Makart ist 1884 gestorben. Nun ja, im „Café Hölderlin“ ist einiges erheblich verrückt. Das wirkliche Café Hölderlin ist ein Vortragssaal im der Psychiatrischen Klinik und der Schauplatz des Showdowns des Buchs. Die räumlichen Verhältnisse in der Stadt sind sehr genau abgebildet. Genau ist beschrieben, wie Lucy von der Belthlestraße in die Calwerstraße kommt – mit dem Bus natürlich. Tübinger fahren damit gerne große Umwege. Den Caspar Hauser (jawoll, der kommt auch vor), den schickt der Roman allerdings zu Fuß vom Hauptbahnhof in die Wächterstraße ins Rudolf-Steiner-Haus. Hörburger beschreibt so genau, dass man genau merkt, wo er was hinzuerfindet. Die Belthlestraße 22 gibt es nicht und den Hörsaal 26 im Kupferbau auch nicht.
    Vielleicht noch nicht! Das Buch spielt nämlich mit der Zeit, verlegt die Handlung in die Zukunft. Boris Palmer ist dann 75 Jahre alt und inspiziert Tübinger Parkhäuser. Der Ministerpräsident ist eine Frau und kommt aus Oman. Burkas gehören zum Tübinger Straßenbild. Der Findling Kaspar Hauser hat ein Tübinger Gastspiel, der Chirurg Ferdinand Sauerbruch und die Dichterin Friederike Kempner auch. Sie hält einen Vortrag über Leichenschauhäuser. Notwendig seien die, um klar bestimmen zu können, wann ein Mensch tatsächlich tot ist. (Warnung für Empfindliche: Die Fäulnis ist das Kriterium.) Sicherlich notwendig in diesem Panoptikum aus Halbtoten, Untoten, Scheintoten und ganz Toten.
    Tot ist im „Café Hölderlin“ nur der Namenspatron, ihm wird eine kurze aber konzise Krankheitsgeschichte gewidmet. Unsterblich aber sind Peter „Bope“ Langos und Ali Schmeissner. Andere Tübinger treten nicht unter Klarnamen auf. So treffen wir auf den Schriftsteller Thomas Zeller, einen leidenschaftlichen Radfahrer, von dem am Schluss der Kapitel ein kurzer Statusbericht gegeben wird. Etwa: „Zeller prüft die Kettenspannung.“
    Auf Seite 94 passiert es dann: „Zeller hat eine Idee.“ Besser spät als gar nie, denkt hier der Leser. Wer allerdings hier die Lektüre abbricht, wird nie wissen, was Zellers Idee ist, und vor allem nie erfahren, was das Buch mit Rottenburg zu tun hat.
    Fred Keicher

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