Paula – Ein Leben (Paula Hiertz)

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Bewertet mit 4.67 von 5 basierend auf 3 Kundenbewertungen
(3 Kundenrezensionen)
Artikelnummer: 9783038310242 Schlüsselwort:

Beschreibung

Wer mit dem Leben spielt, kommt nie zurecht. Wer sich nicht selbst befielt, bleibt immer Knecht!
Diese Worte von Johann Wolfgang von Goethe haben die Autorin durch ihr Leben begleitet. Durch ein Leben, das alle sozialen Strukturen aufweist. Es war ihrem Charakterbild gegeben, sich aus diesen Strukturen heraus eigenständig zu einer Persönlichkeit zu formen.
So kann sie auch, als noch lebende Zeitzeugin, helfen, das große, graue Nazi-Mosaik mit ein paar Steinchen zu füllen; in dem auch die ausgesprochen entbehrungsreiche Nachkriegs- und Wiederaufbauzeit geschildert wird.
Dieses Buch zeigt den Lebensweg der Urkölnerin von 1931 bis 2014 mit dem einfachen Titel:

„Paula – ein Leben“ auf Paula Hiertz »Paula – Ein Leben«, Biografie.

3 Bewertungen für Paula – Ein Leben (Paula Hiertz)

  1. Bewertet mit 5 von 5

    Dr. Heinz-Walter Ortwein

    Als langjähriger Bürgerfunkkollege kenne ich Paula, ihre Radiosendungen und auch ihre Stadtführungen von ihrer kölschen Seite. Ihre Erinnerungen auf Hochdeutsch zu lesen, war deshalb etwas ungewöhnlich. Dennoch ist es ihr gelungen, dass man ihre Art Geschichten zu erzählen und Einsichten zu vermitteln auch in diesem Buch wiedererkennt. Kurz: Es hat mir viel Freude gemacht, diese Lebenserinnerungen zu lesen und dabei vieles über Paula und über das Leben in Köln vor, während und nach den Kriegsjahren aus persönlicher Sicht zu erfahren. Das Buch heißt Lebenserinnerungen und es lebt, ist nie trocken oder langweilig und deshalb eine Bereicherung für jedes Bücherregal. Auch für „Immis“ (Paula wird bei Bedarf erklären, was das bedeutet). Getreu dem Motto „Et jeit wigger“ – nicht ganz zufällig auch ein Buchtitel von Paula – bin ich auf nachfolgende Werke von Paula gespannt…

  2. Bewertet mit 5 von 5

    Peter Alwin Pinnen

    Da freut man sich! Zu meinem 90.Geburtstag erhielt ich von der Kölner Oberbürgermeisterin einen netten Brief und von einem Schulfreund der dreißiger Jahre aus der Volksschule „Löhrjaß“ ein BUch. Titel: „Paula – Ein Leben“. Warum schenkte mir mein Freund dieses Buch? Wer war „Paula“?

    Seit fast 75 Jahren lebe ich bereits in Hannover. Geboren in Kölle. Im „Greechemaats-Veedel“ aufgewachsen. Mindestens fünfzigmal die „Kayjaßschull“ aufgesucht – nicht besucht. Zweimal in der Altstdt ausgebombt, und dann mußte meine Mutter mit mir Köln verlassen.

    Nach Kriegsende versuchte ich das Heimweh nach Köln mit Hilfe von Gesprächen mit Freunden us Kölle und Treffen in meiner Vaterstdt, in Grenzen zu halten. Aber da konnten viele Fragen nicht beantwortet werden, und Erinnerungen waren verblaßt.

    Als ich anfing „Paula“ zu lesen, öffnete sich für mich die fast verlorengegangene Vergangenheit meiner Kindheit. Ich lernte Vorstellungen vom wirklichen „Leben“ kennen. Ich fühlte mich bei „Paula“ wie zu Hause, und hatte das Gefühl, sie würde immer wieder „Kutt erop, kutt erop“ rufen. Die humorigen Wurzeln des echten „Kölsch-Gefühls“ sind überall zu spürenl

    Mein Freund hat mir mit seinem Geschenk- ich nenne das Buch: „Och wat wor dat fröher schön doch en Colonia“.- sehr geholfen. Beim Lesen von „Paula“ ben ich widder Doheim.
    Danke „Paula“

  3. Bewertet mit 4 von 5

    Jörg Fahrbach

    Paula Hiertz nennt ihre Lebensgeschichte eine „Erzählung“. Genau das ist es, was sie kann und ihr Leben lang gemacht hat: erzählen. Da gab es die Kölschen „Verzällchen“, die fast 400, die sie in Kölsch – das ist nicht nur ein Getränk, sondern auch die Sprache der echten Kölner – für die Kölnische Rundschau geschrieben hat. Oder ob es die mehr als zehn Bücher oder die Theaterstücke zur Stadtgeschichte oder aus dem Kölner Alltagsleben waren, immer hat sie aus ihrem reichen und bunten Leben geschöpft. Und so bunt wie die Einzelteile eines Kaleidoskops sind auch die einzelnen Geschichten ihres Buches – die Geschichten aus ihren 85 Jahren Leben.

    Sie erzählt von ihrer Kindheit in einer fünfköpfigen wirklich armen Familie ohne Vater mitten im noch unzerstörten Köln, dessen Zerstörung sie 1943 zum Teil in Bunkern erlebte. Sie wurde mit sieben Jahren „kinderlandverschickt“ ins Schwabenländle (warum konnten die kein Kölsch?), wo sie in der Villa eines Fabrikanten eine große Bibliothek vorfand, in der sie Buch für Buch las. Den Büchern und der Literatur blieb sie ihr Leben lange treu. Durch weitere Kinderlandverschickungen lernte sie ganz unterschiedliche Teile Deutschlands und die dort lebenden Menschen kennen.

    Zurück in Köln erobert sie sich die Innenstadt mit den Kirchen, dem alten Opernhaus, den Straßen mit ihren Menschen, denen sie aufs Maul schaut, deren Freude, aber auch Trauer um die gefallenen Männer im Krieg sie berührt. Zu allen Zeiten hat sie alles aufgesaugt, was Köln und die kölsche Mentalität ausmachte. Aus diesem Wissen konnte sie viel später auch ihre Stadtführungen durch das Viertel südlich des Neumarktes gestalten. Diese waren sehr lebendig, denn das Wissen war nicht angelesen, sondern erlebt.

    Im „normalen Leben“ nach dem Krieg wird sie erwachsen, lernt den Karneval und anderes zu feiern, Freundinnen und ihren Mann „Hubäät“ kennen. Mit ihm verbinden sie die Liebe zur Musik und ein langes Leben. 2016 war eiserne Hochzeit. Im Berufsleben arbeitet sie sich bei der größten Kölner Zeitung, dem Kölner Stadtanzeiger, von der Zeitungsbotin bis in die Buchhaltung vor. Sie kann sich ausgezeichnet organisieren, führt den Haushalt im eigenen Haus, zieht zwei Jungen groß, lernt Akkordeon und auch die Musiktheorie. Sie spielt im Altermarktkreis Theater, macht im Akkordeonkreis Musik, lernt Dirigieren und komponieren. Das alles hilft ihr beim „Kölsch Thiater“, das sie gründet, für das sie in „kölscher Sproch“ die Stücke für Kinder schreibt. Viele Jahre später spielen die Kinder und Enkel als Erwachsene noch immer mit. Was da entstanden war, war so etwas wie ein Gesamt-Kunstwerk in Eigenregie mit Wort, Musik, Bühnenbild (vom Hubäät) und Kostümen, die sie selbst entwirft und mit den Spielern und deren Eltern näht.

    All das könnte aneinander gereiht trocken daher kommen. Doch es ist locker bunt wie ein Kaleidoskop und mit kölschem Witz angereichert und erzählt. Die immer wieder eingeflochtenen kölschen Sätze aus Kindermund oder aus Liedern übersetzt Paula Hiertz (in Klammern) für ihre Nicht-Kölner (Imis) Leser. Und wenn auch diese ihr Köln lieben oder wenigsten gern hier sind, sollten sie es mit diesem Buch aus erster Hand und kölschem Mund noch besser kennenlernen. Übrigens gilt das auch für die echten Kölschen.

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