1 Bewertung für Winkelfehlsichtigkeit (Dr. Gorzny)

  1. Nicola Seinsch –

    Dr. med. Fritz Gorzny widmet sich in seinem Buch einem komplexen und seit Jahrzehnten kontrovers diskutierten Thema: dem binokularen Sehen und der Winkelfehlsichtigkeit.
    Besonders interessant ist die historische Darstellung der MKH-Methode, die von Hans Joachim Haase entwickelt wurde, sowie der damit verbundenen fachlichen Auseinandersetzungen zwischen Augenärzten und Augenoptikern. Gorzny verbindet diese Geschichte mit seinen langjährigen Erfahrungen aus der klinischen Praxis und zahlreichen Patientenbeobachtungen.
    Das Buch macht anschaulich deutlich, wie präzise beide Augen zusammenarbeiten müssen, damit ein stabiles räumliches Sehen entsteht. Gleichzeitig regt es dazu an, Beschwerden und individuelle Seherfahrungen der Patienten stärker zu berücksichtigen.
    Ein weiterer Schwerpunkt sind mögliche Zusammenhänge zwischen binokularen Sehstörungen und verschiedenen Beschwerden wie zum Beispiel Kopfschmerzen, ADHS, Lese- Rechtschreibstörung, Rechenstörung, motorische Störungen, psychische Störungen, Depressionen und andere. Hier bietet das Buch interessante Denkanstöße, die zur Diskussion anregen.
    Fazit:
    Ein engagiertes und persönlich geprägtes Buch, das medizinische Erfahrung, die Geschichte der MKH-Methode und die Perspektive der Patienten miteinander verbindet. Es ist nicht nur für Augenärzte und Augenoptiker interessant, sondern für alle Ärzte und Therapeuten und für alle die, die unter oben genannten Beschwerden leiden. Denn alle sollten sich intensiver mit dem binokularen Sehen und dessen Auswirkungen beschäftigen.
    Eine lesenswerte Dokumentation eines jahrzehntelangen fachlichen Diskurses und ein Plädoyer dafür, dem beidäugigen Sehen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

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